Leider weigert sich dieser Blog hier hartnäckig mich neue Bilder raufladen zu lassen. Er meint, mein Speicherplatz sei zu Ende, was ich insofern witzig finde, da es zunächst geheißen hat, dieser sei unbegrenzt...
Da aber mein Auslandssemester gerade einmal zur Hälfte vorbei ist, es aber wohl nicht wirklich sinnvoll ist einen Blog ohne Bilder zu führen, bleibt mir wohl nichts anderes übrig als (virtuell) zu übersiedeln. Das nervt ordentlich, bin ich hier doch gerade erst heimisch geworden.
Naja, wie auch immer. Falls es jemanden interessiert, wie es hier in Singapur und Umgebung weitergeht, der sei auf den neuen Blog verwiesen. Hier der link: http://singapur2010.rtwblog.de/
Tut mir leid, dass das jetzt etwas kompliziert ist - ich find's auch doof - vor allem, weil der neue irgendwie komisch (es gibt keine Smilies mehr ) und sehr ungewohnt ist...
Sodale, die Zeit verfliegt ja ungeheuerlich schnell hier - jetzt ist schon Semester-Halbzeit und das bedeutet: Recess-Week (eine Woche unterrichtsfrei! ). Laut Aussagen diverser Singapurischer Kollegen ist diese Zeit zwar zum "Studying" gedacht, ist aber wohl Interpretationssache - wir Austauschstudenten sehen sie eher als die ideale Gelegenheit, neue weiter entferte Gegenden zu bereisen.
Tja, und wo soll's nun hingehen? Ich fahre mit Michelle nach Beijing (was übersetzt nur "Nördliche Hauptstadt" heißt) - in die Hochburg der Chinesen! Wie ich auf diese Stadt gekommen bin, naja: Es war nicht wirklich meine Idee, aber ich hab mir dann gedacht: wann komme ich denn sonst dorthin? Und Südostasien schau ich mir dann eh noch genauer an nach dem Semester - aber ich fahr sicher nicht alleine nach Peking!
Blöderweise habe ich mich nicht wirklich mit der geographischen Lage von Beijing auseinander gesetzt, bevor ich gebucht habe: Die Stadt liegt nämlich ganze 6 Flugstunden entfernt im Norden und etwa auf der Höhe von Italien - leider beeinflusst von einem kontinentalen Klima. Sprich: Dort hat es wenn wir Glück haben gerade einmal Null Grad Celsius - und wir sind 32 Grad gewohnt - Plus! Wird also ordentlich huschig - vor allem, weil wir keine Wintersachen da haben. Da wird wohl am ersten Tag ordentllich eingekauft - wie das halt die Leute aus Singapur so machen
Aber Peking hat mit seiner 3000-jährigen Geschichte echt einiges zu bieten. Hier eine Zusammenstellung, was ich dort unbedingt machen will:
in die Verbotenen Stadt eindringen
am Tiananmen Platz einen Drachen steigen lassen
mindestens einmal eine echte Peking Ente essen
auf der Chiesischen Mauer spazieren gehen und zum Mond raufwinken
in ein Internet-Café gehen und schaun, ob Facebook in China wirklich gesperrt ist
das Olympische "Vogelnest" bestaunen
am Markt allerlei "Neues" kosten
jeden Tag einen Kaugummi kauen
Nachzählen, ob es wirklich 9 Millionen Fahrradln in Beijing gibt (ich glaub, dann sind die 9 Tage eh um... )
Danach machma einen 2-3 Tagesabstecher nach Xian und schauen uns dort die berühmte Terracotta-Armee an. Die darf ja
China nicht verlassen, also muss wohl der Prophet zum Berg kommen. In meinem Reiseführer habe ich von der kleinen Stadt "Pingyao" gelesen. Die liegt zwischen Peking und Xian und soll wie ein einziges 2700-Jahre-altes lebendes Museum sein mit einigen der besterhaltensten traditionellen Architekturen in ganz China. Mal schaun, wie kompliziert es ist dorthin zukommen, aber vielleicht geht es sich ja auf dem Weg nach/von Xian aus...
Ihr seht: viel steht auf dem Programm - da wird mir wohl nicht fad werden. Dieses Mal weniger Sommer, Sonne, Sonnenschein sondern einmal zur Abwechslung Cultura. Soll auch nix schaden ab und an . Wird auf jedenfall sehr interessant - vor allem für meine liebe Freundin aus den USA, weil dort im Unterschied zu hier kaum einer Englisch spricht und auch die Taxler meist nur chinesische Zeichen lesen können - ein Kulturschock ist also garantiert!
Sodale. Soweit die Ankündigung. Es wird also keine neuen Blog-Einträge bis zu meiner Rückkehr am 6. März geben. Und ich fürchte danach werde ich mich wohl endlich wieder etwas intensiver mit dem Uni-Kram hier beschäftigen müssen . Denn natürlich wartet, wenn ich zurückkomme am Donnerstag wieder eine Gruppenpräsentation
auf mich (die dieses Mal sogar 20% der Endnote zählt) - aber "leider"
habe ich schon gebucht gehabt, als ich von diesem tollen Referatstermin
erfahren habe...
Drum macht's es gut und suddert's nicht über Euer Wetter - bald ist Eures besser als meines (zumindest vorübergehend ).
Liebe Grüße (noch aus Singapur),
Gu(n)di
PS: Für alle, die sich Sorgen über meine Zwischentest-Note in Mikroökonomik gemacht haben, weil ich ja statt zu lernen auf Langkawi Affen geschaut hab (also für Trudi): alles in Ordnung, ich hab 80% auf den Test. Soviel zum "hohen Lernaufwand" hier an der "achso schweren" NTU... (fairerweise muss man aber sagen, dass einiges nicht gaaanz so neu für mich war )
Am nächsten Tag wachen wir auf
und was sehen wir: SONNE!
Sehr gut! Alles schaut gleich viel freundlicher aus.
Sonnenaufgang übern Meer
hier ist die Insel, zu der wir gestern gegangen sind
Nach einem großzügigen
Frühstück in unserem Restaurant packe ich meine Strandsachen zusammen und
klettere über die Felsen zu dem großen Sandstand, den ich schon gestern als den
perfekten Strand auserkoren habe (in der Früh ist überall Wasser, da kann man
nicht einfach durchgehen). Michelle zieht es wegen ihrer hellen, empfindlichen
Haut vor, bei der Anlage zu bleiben und dort in den Liegen zu lesen.
Michelle's Liegen beim "Strand"- wie aus einem Prospekt
Ich erreiche meinenSandstrand. Und es ist wirklich meiner! Kein Mensch hier –
juhu! Mein eigener privater Sandstrand! Cool! Ich suche mir die schönste
Kokosnusspalme aus und breite meine Sache in deren Schatten aus. Sehr chillig!
Ich lese, höre Musik und gehe dazwischen immer wieder Schwimmen. Jup. So lässt
es sich schon eine Weile aushalten
mein privater Sandstrand
meine eigene Kokospalme
da gfreit sich die Gudi über ihren eigenen Privatstrand
Ab und zu kommen einige Leute vorbei – genau genommen zweimal am ganzen Tag:
Zunächst eine prüde chinesische
Familie, die doch tatsächlich mit Regenschirmen am Strand sitzt und ein
Mordsgeschrei macht. Zum Glück dampfen sie dann nach etwa 30 Minuten wieder
ab. Tss Chinesen…
Inzwischen ist ein Motorboot gekommen
und zwei Einheimische hfangen an, die umliegenden Kokosnüsse zu ernten. Einer kraxelt einfach ohne Schuhe rauf und der andere seilt dann die Nüsse mit
einem Seil ab. Ich frage sie, ob sie auch „meine“ Palme ernten
wollen, aber es ist natürlich kein Problem, dass ich da liege – die Leute hier
sind alle sehr freundlich. Aber ehrlich gesagt, hätte ich gar nix dagegen, wenn die die über meinem Kopf schwebenden Kokosnüsse mitnehmen würden, weil ich denke mir immer, irgendwie und irgendwann müssen die ja
da runter kommen…
ich glaub die komische Chinesin wollt eine Kokosnuss haben...
meine Aussicht - die Kokosnüsse, hätten's ruhig haben können...
Nach einer Zeit sind sie wieder
weggefahren und ich habe meinen Strand wieder für mich alleine. Es gibt
eigentlich nicht viel zu erzählen, es ist einfach ein perfekter Strandtag und ich wandere mit
dem Schatten der Palme mit – was zwar gut ist, mich aber wie man am Ende des
Tages sieht, nicht davon abhält einen ordentlichen Sonnenbrand zu bekommen…
ja, mir war auch einmal fad...
Am späten Nachmittag gehe ich
dann zurück zur Anlage – inzwischen ist das Wasser schon wieder stark
zurückgegangen und ich kann einfach um die Felsen herum gehen. Dort genehmige
ich mir einen leckeren kalten frischgepressten Ananas-Saft beim Restaurant und
dann beschließen wir, zum Mutter-Resort zu gehen. Michelle will etwas in dem
Spa machen lassen, aber es ist schon alles für heute ausgebucht. Wir gehen aber
trotzdem – und mit „gehen“ meine ich wirklich zu Fuß gehen. Eine Tatsache, die
den Einheimischen wohl nicht ganz geheuer ist :
Das andere Resort ist ganze 10
Minuten zu Fuß entfernt von unserer Anlage und wir müssen nur der Straße folgen
– das wissen wir von unserem gestrigen Ritt mit dem „Shuttelservice“ Also nicht wirklich so
weit, wie alle hier tun. Der Mann bei der Rezeption fragt uns, ob er uns führen
solle, und ist ganz erstaunt, als wir ihm erklären: ist schon gut, wir gehen
die paar Meter. Er meint, das ist aber schon sehr weit weg… Es ist in der
ganzen Gegend so, dass die Leute ein völlig anderes Verständnis von „weit“
haben, wie wir zu unserer Belustigung schon öfters festgestellt haben. Unsere
Hall-Office-Lady ist immer ganz besorgt, wenn sie uns zu Fuß irgendwo am Campus
trifft und sie hat sogar zu Michelle gesagt, sie werde viel Gewicht verlieren,
wenn sie immer so weit gehen würde
Sehr charmant!
Wir gehen also der Straße entlang
und treffen eine Menge Kinder auf Fahrrädern und Mopeds (!), die uns zuwinken
und rufen „How are you?“ Scheinbar haben sie das gerade in der Schule gelernt,
denn wenn wir daraufhin fragen, wie es ihnen geht, wissen sie nicht, was sie
sagen sollen
Auch Frauen kommen extra aus ihren Häusern heraus, winken uns zu und fragen
uns, wie es uns geht und wie wir heißen. Aber wenn wir antworten, wissen sie
nichts darauf zu erwidern Echt witzig. Ich glaube, wir sind hier eine echte Touristen-Attraktion (nur
halt andersherum) So vergeht der „lange“ Marsch sehr schnell und als wir das
Resort erreichen, fragt uns ein Wachmann dort ganz besorgt, wie wir denn
hierhergekommen seien und als er hört, dass wir von der anderen Anlage hergegangen
sind – ruft er ganz erschrocken: Das ist
sehr weit weg!
Naja, net wirklich oder…
Zunächst habe ich noch eine Mission
zu erfüllen: Hier gibt es einen kleinen „Mini-Zoo“, da werden Affen, Vögel und
Schildkröten in viel zu engen Käfigen gehalten und sitzen dort von allen
ignoriert fadisiert rum. Ein Affe sitzt sogar alleine in einem Käfig! Die pure
Tierquälerei! Eigentlich wäre der Plan gewesen, die Tier zu befreien und in
einer Zigarettenschachtel mitzunehmen – nein, Schmäh. Aber die Tiere tun
mir schon sehr leid und da ich noch zwei gute Singapurische Äpfel bei mir habe,
verteile ich diese wenigstens an die Tiere. Die Affen haben eine sichtliche
Freude damit und so hab ich ihnen wenigstens etwas den Tag versüßt…
arme Affen - so unnötig, die da einzusperren...
Danach legen wir uns in die
Liegen neben dem Strand und lassen den Tag weiterhin ruhig ausklingen. Alles
sehr chillig hier!
chilliger Ausklang eines chilligen Tages
Das Wasser ist schon wieder irgendwo und so gehe ich auch
hier weit hinaus und schau den kleinen Krebsen zu, wie sie über den ehemaligen
Meeresboden huschen...
gestrandete Boote - kein Wasser da...
neues Hobby: Krebse luaga
Gegen acht Uhr gehen wir dann
wieder zurück, weil wir sehen wollen, wie schnell die Flut tatsächlich
zurückkommt. Wir wissen, es muss irgendwann zwischen 21:00 und 23:00 Uhr sein.
Als wir zurückkommen, will ein junger Einheimischer mit (hoffentlich) Fischködern in einem Kübel unbedingt, dass ich ihn fotografiere. Ich tu ihm natürlich gerne den Gefallen und als ich ihm sein Bild am Bildschirm der Kamera zeige, ist er endgültig völlig aus dem Häusl und freut sich wie ein Honigkuchenpferd .
wenn er wüsste, dass er jetzt sogar im Internet ist, wär er wohl überglücklich...
Wir gehen dann Abendessen zum Restaurant – ich habe eine leckerli Gemüsepizza und kann
Euch gar nicht sagen, wie gut die mir geschmeckt hat! Kein Reis, keine
komischen Chinesen-Nudeln! Keine Sojasauce! Nix Scharfes! Nein: Leckerli frische,
knusprige italienische Pizza!
Danach setzen wir uns gegen 21:00
Uhr auf unseren Balkon und schauen zu, wie das Wasser immer näher kommt. Es ist
echt faszinierend. Zunächst sieht man in der Dunkelheit gar nix, aber man hört
das Wasser immer lauter plätschern. Doch nach etwa 30 Minuten hat es schon die
Stelzen unseres Bungalows erreicht. Und nach einer Stunde ist das Wasser
offensichtlich schon richtig tief! Das ist einmal ein Tidenhub! Wie am
Watt!
Ja, so geht ein entspannter
Strandtag auch sehr chillig zu ende. Das war einmal eine nette Abwechslung nach
dem ganzen Trubel in der Stadt (vor allem dem Neujahrswochenende). Nachdem ich
brav meine mittlerweile dunkelroten Haut mit Après-Sun behandelt habe, wird’s Zeit
zum Schlafen gehen (wir haben ja kein gescheites Licht im Bungalow, drum gibt’s
des Nächtens net wirklich was zu tun).
Nachtrag:
Der nächste Tag ist geprägt von
der Abreise. Nur ein paar Stunden bleiben uns, was aber wohl angesichts des
Zustandes meiner Haut eh besser ist .Wir fahren dann mit einem Teufelsfahrer zum Hafen - der schafft die Strecke statt in 1,5 Stunden in unter 1 Stunde. Und ich habe die zweifelhafte Ehre vorn neben ihm zu sitzen - ohne Gurt! Da wird man munter, wenn der Fahrer mit 100km/h einer Tonne, eingen Hunden, Katzen, Affen und diversen anderen Verkehrshindernissen Mitten auf der Straße ausweicht - ohne ernsthaft bremsen zu müssen. Wirklich Sorgen hab ich mir aber erst gemacht, als er angefangen hat, furchbar langsam mit beiden Händen ein Zuckerl auszupacken und dabei nur noch mit den Ellbogen gelenkt hat - natürlich ohne das Tempo nennenswert zu reduzieren ...
Am Nachmittag erreichen wir dann wieder unseren Campus und wir müssen beide zugeben,
dass es jedes Mal, wenn wir von einer Reise zurückkommen, mehr wie „nach Hause“
kommen ist... Später treffe ich mich sogar noch mit meiner Marketing-Gruppe – immerhin ist ja
morgen Gruppenpräsentation…
Nach dem doch etwas
enttäuschenden Lunar New Year Wochenende und nachdem ich brav meiner
Marketing-Gruppe meinen Teil der Präsentation für kommenden Donnerstag
geschickt habe, ist es wieder einmal Zeit, meinen Rucksack zu packen – neues Ziel:
Bintan, Indonesien
hier wieder was zur Orientierung
Montag in der Früh geht’s los. Ich
glaube, das ist bisher der kälteste und bewölkteste Tag, seit ich hier in
Singapur bin. Gut, dass wir einen Badeurlaub nur eine Stunde entfernt geplant
haben…
Michelle und ich nehmen uns ein
Taxi, weil der Fährhafen wieder einmal am anderen Ende von Singapur liegt und
wir nach einer etwa einstündigen U-Bahn-Fahrt auch noch mit dem Bus weiter
müssten. Also einfach rein ins Taxi und in 30 Minuten sind wir beim Fährhafen
von Singapur. Beim Reingehen bin ich überrascht, alles schaut aus, wie ein
kleiner Flughafen: Check-In, Passkontrolle, Schalter, Geschäfte und Restaurants
– und alles wieder seeehr sauber.
Nachdem wir unsere Online-Tickets
in Boarding Pässe umgewandelt haben, gehen wir in ein kleines Restaurant und
frühstücken in Ruhe – und ich habe das erste Mal in meinem Leben French Toast
(mit Kaya-Marmelade ).
Danach geht’s auf das Boot. Hier ist eine ordentliche Klassengesellschaft,
darum müssen wir Economy Class Typen ewig warten, bis die Golden Class und die
Business Class an Bord ist…
Auch in der Fähre sieht es aus,
wie in einem riesigen Flugzeug – wir haben sogar so Klapptischerl und auf einem
Bildschirm zeigen sie einen Film – irgendein australisches Jungle-Mädchen, aber
besser als nix
Und es lenkt etwas ab von dem durch das miese Wetter (es hat inzwischen aus
angefangen zu regnen) etwas heftigen Wellengang…
Aber die Überfahrt ist recht
interessant, weil man an den vielen riesigen Containerschiffen vorbeifährt, die
vor Singapur vor Anker liegen. Dabei erinnere ich mich an eine Dokumentation, worin
es unter anderem um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf diese geht: Weil
viele Schiffsunternehmen pleite gegangen sind, liegen nun viele solcher Schiffe
vor Singapur und warten darauf, dass sie einen neuen Besitzer bekommen. Das Tragische
daran ist, dass die Besatzung nicht an Land gehen darf. Das Schiff darf aber
auch nicht woanders hinfahren, weil einerseits das Geld für den Sprit fehlt und
andererseits zunächst die horrenden Hafengebühren bezahlt werden müssen. Daher
sitzt die Besatzung schon seit Wochen/Monaten fest. Da das sehr belastend ist,
fährt jetzt ein katholischer Priester zu den Schiffen und redet mit den teilweise
depressiven Menschen, die auf den Schiffen quasi eingesperrt sind…
Nach etwa 50 Minuten Fahrt
erreichen wir den Hafen von Bintan. Leider ist es auch hier stark bewölkt. Weil
Bintan schon zu Indonesien gehört, müssen wir wieder einmal eine langwierige
Passkontrolle über uns ergehen lassen – und wir brauchen ein Visum, das man zum
Glück einfach bei der Einreise kauft. Bis vor kurzem hat es auch ein 7-Tages-Visum
um 10 USD gegeben. Jetzt haben die Indonesier scheinbar überzogen, dass man die
Touristen noch mehr ausnehmen kann, wenn es nur noch ein 30-Tage-Visum (mit
Single Eintritt) für 50 USD gibt – was sehr praktisch ist für eine Insel…
Nach dieser Prozedur wartet
bereits unser Fahrer auf uns, der uns zu unserem „Hotel“ an der Ostküste
bringt. Die Straße dorthin ist zwar asphaltiert, aber sie besteht eigentlich
nur aus Kurven – ein wahrer Zickzack-Kurs mit lauter Mugeln, was den Fahrer
aber nicht davon abhält, zu fahren, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm
her…
Auf dem Weg sehen wir, dass die Bevölkerung wohl sehr arm hier ist: kleine,
teilweise verfallene Behausungen säumen die Straßen, viele Männer sitzen im Schatten und haben wohl nihts zu tun. Das Fortbewegungsmittel
Nummer eins ist hier eindeutig das Moped – auf dem aber ganze Familien Platz
finden
So kommen wir nach etwa 1,5
Stunden (Bintan ist doppelt so groß wie Singapur!)
zu unserem Quartier „Nostalgia Yasin Bungalow“ – einen "authentischen" Ableger des „Bintan Agro
Beach Resort & Spa“.
Wir haben einen „Twin Water Bungalow“ gebucht, der komplett
aus Holz gebaut ist, sich auf Stelzen direkt über dem Meer befindet und durch
eine kleine Holzbrücke mit dem Land und den Nachbarbungalows verbunden ist. Ist
er nicht hübsch (der vorletzte)?
unser Bungalow (der vorletzte)
die Brücke schaut etwas abenteuerlich aus - aber sie hält
Drinnen befindet sich ein kleines Bad/WC, zwei Betten mit Mosquitonetzen, zwei
Ventilatoren und einer Kommode – wir haben sogar einen kleinen Balkon Richtung
Meer hinaus! Aber
wir zahlen ja auch 216.000.- pro Nacht für diese Hütte – zum Glück Indonesische
Rupiah, was etwa 16€ pro Nacht und Nase entspricht!
Mein Betti mit Fussball-Bettwäsche und Moskitonetz
unsere Nachbar-Hütte (vom Balkon aus)
unser Balkon mit unserer Sitzgarnitur
Danach erkunden wir die Anlage.
Es gibt bis auf die Wohnanlagen nur ein kleines Restaurant und eine geschlossene
Strandbar.
Einige Holzliegen stehen am Meeresrand und neben der Anlage ist ein
kleiner Sandstrand. Wie gesagt, ist es sehr bewölkt und auch windig, daher ist
hier nur ein Kitesurfer zugegen, dem ich fasziniert eine Zeitlang zuschaue –
auch will!
Auf der anderen Seite hinter einer Felsformation, die man aber wegen dem seichten Wasser leicht umgehen kann, befindet sich eine leere Bucht mit großem Sandstrand. Bis auf ein paar verfallene Holzstandln ist hier genau gar nix. Leider schaut alles bei dem bewölkten Wetter nicht unbedingt einladend ein - aber bei Sonnenschein kann hier ein kleines Paradies auf Erden sein :
Jup, wenn das Wetter nicht so
schön ist, gibt es hier wohl nicht wirklich was zu tun. Daher gehen wir erst
einmal zum Restaurant und essen und trinken was. Danach legen wir uns in die
Holzliegen und hören Musik und lesen – Urlaubsmodus aktivieren ist angesagt.
Wir treffen ein paar deutsche Mädels, die gerade ihr Praktikum in Shanghai beendet
haben und so vergeht der Tag sehr chillig – auch ohne Sonne. Währenddessen
bemerken wir, dass das Meer immer weiter zurückgeht…
Am Abend ist das Meer soweit zurückgegangen,
dass man bis zu der Insel gehen kann – was wir dann natürlich auch machen.
Blick von der "Seeseite" aus auf die Anlage
Nach
dem Abendessen lassen wir uns dann vom kostenlosen „Shuttelservice“ zum
Mutterhotel „Bintan Agro Beach Resort & Spa“ chauffieren – einem typischen
Pauschalurlaubsresort in offensichtlich höherer Preiskategorie. Nachdem wir
alles auskundschaftet haben, und Michelle auch ein kleines Geschäft für ihr Eis
gefunden hat, chillen wir uns noch etwas zum großen Pool dort und tratschen
über alles Mögliche.
unser "Shuttelservice" (wie wir beide da reingepasst haben, weiß ich nicht)
Zurück in unserer Anlage sehen wir: Das Wasser ist wieder
da! Das nenn ich einmal Tidenhub! Wir beschließen, uns das Spektakel morgen
nicht entgehen zu lassen. Beim Restaurant genehmigen wir uns noch einen (viel
zu stark gemixten) Cocktail und dann ist eh schon bald heitizeiti – hoffentlich
ist das Wetter morgen besser…
Sodale und wie hat nun Klein-Gudi
Lunar New Year verbracht?
Ich treffe mich zu „Silvester“ am Nachmittag mit
einer Gruppe Austauschstudenten und wir fahren gemeinsam in die Stadt. Eine
Freundin aus Hongkong, Angela, die ich aus meinem International Monetary
Economics Seminar kenne (sie war auch mit auf Langkawi), hat einen Tisch für
uns in einem bekannten „Steamboat“-Restaurant reserviert – und zwar schon vor
zwei Wochen, weil es sehr schwierig ist, einen Tisch während den
Neujahrsfeierlichkeiten zu bekommen. Gut, wenn man hier wen kennt…
Wie bereits beschrieben, ist
Steamboat hier das traditionelle Essen zum Neujahrsfest. Wir haben den Tisch
von 17:00 bis 19:00 Uhr, müssen dafür aber wieder einmal buchstäblich ans
andere Ende von Singapur. Ich habe eigentlich geglaubt, das sei ein schickes
Restaurant, aber es ist winzig-klein und besteht nur aus einem mit Tischen
vollgepferchten Gästeraum – alles sehr authentisch hier! Und es wird noch viel
authentischer, weil hier keiner ein Wort Englisch spricht – nur Chinesisch!
Sehr ungewöhnlich für Singapur – aber wie gesagt, sehr authentisch zum
„Chinesischen“ Neujahrsfest. Wir sind also alle auf Angela und eine weitere
Austauschstudentin aus China angewiesen. Die Bestellung ist etwas chaotisch:
wir sollen ankreuzen, was wir wollen (natürlich ist es Chinesisch
angeschrieben) – aber es gibt ohnehin ein Buffet und wie sich herausstellt,
bekommt am Ende eh jeder dasselbe.
Und der Preis ist ohnehin pauschal – Buffet eben…
Gut. Also jetzt ist es glaube ich
einmal an der Zeit zu erklären, was denn nun ein „Steamboat“ überhaupt ist:
Steamboat (in China/Hongkong scheinbar auch „Hot Pot“ genannt) ist im Grunde
sowas wie ein risiges Fondue. Man sucht sich ein oder zwei Suppen aus (von eher
geschmacksneutralen Hühnersuppe hin zu unglaublich scharfer Irgendwas-Suppe).
Der riesige „Suppentopf“ ist aber in diesen speziellen Restaurants bereits im
Tisch integriert. Wir haben den Suppentopf geteilt in eine neutrale und eine
spicy Suppe. Während des Essens schmeißt einfach jeder rein, was er auch immer
möchte – also eh alles durcheinander – und es wird dann hier gekocht. Nach
einigen Minuten ist es fertig und man kann es mit einem großen Schöpflöffel
herausfischen. Und in dieses Steamboat wird wirklich alles reingeworfen:
Shrimps, Krabben, Fisch, Fleisch, diverses Gemüse, Nudeln,… Wir haben einen
Wagen mit allerlei rohem Zeugs bekommen und einfach alles in die Suppen
geschmissen. Beim Buffet hat man sich alles Mögliche nachholen können oder eben
(ebenfalls scharfen) Salat, echt leckerli fertige Shrimps oder diverse Nachspeisen
organisieren können. Ich sage nur, wir haben gegessen, bis echt kein Platz mehr
inna war…
Hier einige Bilder von der
vielfältigen Auswahl, die wir hier gehabt und zumindest (teilweise ) gegessen
haben:
unser Essenswagerl voll mit allem Möglichem...
Tintenfisch, Shrimps, Krabbensticks und whatever
hmmm: Kuddle Fish
und da schmeißma alles einfach nei...
Danach brechen wir völlig
vollgefresst Richtung Chinatown auf, um die Neujahrsfeiern hautnah
mitzuerleben. Auf den Weg dorthin treffen wir etwas, was wohl ein Wauzn sein
soll – schaut aber ganz den Feiertag entsprechend nach einem Drachen-Hund aus
Halb-Hund, Halb-Drache
Nach einer kurzen Fahrt mit der
U-Bahn erreichen wir schließlich Chinatown. Schon in der U-Bahnstation bemerken
wir die hohe Polizeipräsenz und beim Ausgang schieben sich schon die Leute.
Doch das ist noch gar nichts: Also wir die Oberfläche erreichen trauen wir
unseren Augen nicht: alles voll mit Chinesen und die tun was? EINKAUFEN! Schon wieder! Alles
schiebt sich durch die engen Gassen von Chinatown. Links und rechts alles voll
mit Einkaufsstandln. Alles ist Rot und Gold geschmückt – die Farben des Glücks.
Und aus den unzähligen Megaphonen preisen die Verkäufer ihre Waren auf
Chinesisch an und verschleudern alles zu Dumpingpreisen. Denn es bringt
Unglück, wenn man Restposten ins Neue Jahr mitnimmt – also alles muss raus! Und
die Leute stehen vor den Standeln und stopfen Plastiktüten mit allerlei
eigenartigem Zeugs voll – hier bezahlt man pro Plastiktüte und nicht nach
Gewicht oder Stückanzahl. Wir schieben uns von einem Standl zum nächsten – und
ja, ich kaufe auch Neujahrsklump für daheim (aber keine Vietnamesischen
Fisch-Zuckerln, die hier scheinbar der Verkaufsschlager schlechthin sind ).
Eine Mülliarde Chinesen beim Schlussverkauf
Chinesische Strampler gefällig für 7-10€ - natürlich in Rot & Gold
Drachen-Marionette um 5€ - alles muss raus!
... oder doch ein rosa Schirmchen für den Herrn von heute?
Ich frage die
Verkaufslady, die glücklicherweise englisch kann, warum denn alle wie verrückt
hier einkaufen und sie erklärt mir: Morgen ist ja Neujahr und da haben ja alle Geschäfte
zu! NaBum! Da schließen einmal für
einen Tag die Geschäfte (hier ist immer alles offen auch am Sonntag) und alle
kriegen Panik, sie könnten verhungern. Dann ist der Westen für die Singapurer
wohl doch nicht das gelobte Land! Wenn die wüssten, dass hier die Geschäfte
manchmal sogar drei Tage hintereinander geschlossen haben…
Am Beginn ist dieses Treiben ja
noch interessant – interkulturelle Erfahrung und so Aber dieses Geschrei,
die Drängerei und die stehende schwüle Luft in den engen Gassen – da hört sich
bald der Spaß auf! Nach zwei Stunden ist alles nur noch anstrengend. Ich hab Kopfweh
und bin zugegebenermaßen auch etwas enttäuscht: In den Wochen zuvor hat sich
die ganze Stadt auf dieses Fest vorbereitet. Überall hat es jede Woche kleinere
Aufführungen und Aufführungen gegeben, und ich habe naturgemäß angenommen, dass
alles gipfelt in ein riesiges buntes Straßenfest mit Drachentänzen, Umzügen und
Showeinlagen. Aber es ist einfach Ausverkauf in Chinatown!
Den anderen geht es
genauso wie mir.Daher beschließen einige
von uns, etwas Abstand vom Trubel zu bekommen und gehen geschlaucht und enttäuscht
zu Clarke Quai, wo normalerweise samstags immer etwas aufgeführt wird. Auch
heute ist dort eine kleine Feuershow. Das Feuerwerk um 21:30 Uhr haben wir aber
verpasst, weil uns ein Polizist glaubhaft versichert hat, da sei keines (auf einem
Schild bei Clarke Quai steht aber Gegenteiliges). Hier treffen wir wieder ein
paar andere Austauschstudenten. Wir gehen zum „Billa“ dort (SevenEleven) und
kaufen uns was zu trinken und ein Frustbier . Damit setzen wir uns auf die
Brücke und genießen die relative Ruhe und tratschen.
Es ist zwar sehr schön,
aber so hab ich mir Lunar Neujahr dann doch nicht ganz vorgestellt. Das Ganze
ist wie ein ganz normaler Samstagabend. Daher beschließen wir um 23:00 Uhr zur
Marine Bay zu gehen, weil dort soll gerüchteweise um Mitternacht ein großes Feuerwerk
stattfinden – dann hat das Ganze wenigstens was von Silvester...
Es ist sehr
angenehm dem Fluss entlang zu flanieren und die Ruhe tut auch meinem Kopf gut. Dort
treffen wir beim Starbucks unsere US-Fraktion, die noch länger in Chinatown
geblieben ist, und wiedervereint gehen wir zum Merlion und suchen uns ein
hübsches Platzerl auf den breiten Stiegen, um das Feuerwerk zu betrachten.
Doch wir wundern uns, warum da
nicht mehr Leute sind, wenn doch das große Feuerwerk in wenigen Minuten sein
würde. Wir bezweifeln langsam, ob da überhaupt was sein wird, aber was soll’s die
Aussicht hier neben dem „Merlion“ ist auch ohne Feuerwerk nachts immer wieder atemberaubend
schön. Und der frische Wind tut auch gut.
der/die/das Merlion bei Nacht
Marine Bay mit Singapore Flyer (Riesenrad) bei Nacht
Es kommen noch andere Austauschstudenten dazu
und um Mitternacht starten wir lautstark den Countdown nach Josh’s Uhr und
wünschen uns allen gegeseitig ein schönes Neues Jahr - schon wieder! Doch kein Feuerwerk! Naja, was soll’s.
Ist auch so schön...
Als wir schon gar nimmer daran glauben, fängt es plötzlich
doch an! Scheinbar ist Josh’s Uhr etwas vorgegangen Das Feuerwerk war echt cool!
Das können sie die Chinesen! Da wird in 6 Minuten mehr in die Luft gepulvert
als bei uns in einer halben Stunde!
Sehr schön anzusehen, so direkt über dem Wasser und die Farben der Raketen
spiegeln sich in den Fenstern der gerade im Bau befindenden neuen gigantischen
Casino-Twin-Towern wider! Doch noch Silvesterstimmung!
Wir tratschen danach noch ein
bissi, machen noch ein paar Gruppenfotos (jaja Tourists ) und machen uns dann doch noch
gutgelaunt gegen 1:00 Uhr auf den Weg zur U-Bahn, die heute ausnahmsweise bis
2:00 Uhr fahren.
Auf dem Weg zur U-Bahn-Station kommen wir bei einer sehr
beeindruckend aussehenden, kleinen Bar vorbei. In der Stiege integriert ist
eine Live-Band und die Farbe der Beleuchtung der Stiege wechselt ständig nach
einigen Minuten! Sehr cool zum Anschauen! Josh fragt nach und die Leute sagen,
die Bar wird erst in zwei Wochen eröffnet. Der Name der Bar ist „Five“ und
angeblich kostet hier alles 5 SingDollar – was ich aber bei den teuren
Alkoholpreisen hier nur schwer glauben kann. Auf jedenfalls ist diese Bar
einmal einen Besuch wert
In der U-Bahn schlafe ich wie
einige andere fast ein. Von Pioneer aus nehmen wir uns Taxis zum Campus und um
etwa 2:30 Uhr falle ich müde in mein Betti – der Tag war gekennzeichnet von
Höhen und Tiefen – im Grunde ein schöner Tag – nur die Chinesen haben (im
Vergleich zu den Indern) wieder einmalenttäuscht…
Nachtrag:
Eigentlich ist ja erst am Sonntag, den 14.2.2010, Lunar New Year. Diesen Tag ist allerdings wie gesagt ein Familienfeiertag und alles - wirklich alles - hat in Singapur geschlossen. Die ganze Stadt ist wie ausgestorben und auch Geschäfte und Restaurants haben zu. Ich verbringe diesen Tag sehr unspektakulär mit meinem Teil des Marketing-Projekts, dass wir am Donnerstag präsentieren müssen - ich muss meiner Gruppe meinen Teil ja heute noch schicken, denn morgen geht's los nach Bintan bis Mittwoch und dann ist ja schon Präsentation...
So jetzt sind einmal nicht die
Inder dran zum Feiern, sondern die Chinesen – und weil in Singapur 75% der
Bevölkerung chinesisch-stämmig sind, verheißt das ein Mordsspektakel. Aber
alles schön der Reihe nach…
Ich werde dies nun zum Anlass
nehmen zu erzählen, was ich so im Laufe der letzten Wochen nach und nach
von den Singapurern (insbesondere Buddy und Marketing-Kollegen) diesbezüglich erfahren
habe (ergänzt durch eigene Recherchen) - das ist also ein bissi ein anderer Blogg-Eintrag als wie gewohnt. Wer sein Allgemeinwissen nicht erhöhen will, der möge hier also aufhören zu lesen :
Zu allererst legen alle hier sehr
viel Wert darauf, dass es nicht das „Chinesische“ Neujahrsfest, sondern „Lunar“
New Year ist – denn nicht nur in China wird dieser wichtige Feiertag begangen,
sondern auch in Taiwan, Vietnam, Korea und eben von den chinesisch-stämmigen Leuten
wie eben auch in Singapur –
und hier natürlich vor allem in Chinatown.
Lunar New Year hängt – wie der
Name schon sagt – mit dem Mond zusammen, genau genommen mit dem Neumond und stellt
eigentlich das Frühlingsfest dar. Es findet alljährlich am zweiten Neumond nach
der Wintersonnenwende statt und fällt somit immer zwischen 21. Jänner und 21.
Februar – und heuer eben auf den 14. Februar 2010 - was die kitschigen Chinesen in eine Zwickmühle bringt, weil am selben Tag ja auch Valentinstag ist und der hier scheinbar auch eine große Sache ist...
Wie bereits erwähnt, ist dieses
Fest vorwiegend ein (Groß-)Familienfest. In China kommt es in dieser Zeit zu
regelrechten Völkerwanderungen, wenn die Millionen von Wanderarbeiter nach
Hause zu ihren Familien pilgern, um dort das traditionelle „Reunion“-Familienessen
zu begehen. Dies hat den unerfreulichen Nebeneffekt, dass sich in dieser Zeit aufgrund
der großen Nachfrage die Flugpreise vervielfachen – eine Tatsache, die uns auch
trifft (deswegen fahren wir am Montag „nur“ nach Bintan, weil das kann man mit
der Fähre von Singapur aus erreichen ).
Wie ihr sicher alle wisst, geben jedes
Jahr ein Tier und auch ein „Material“ dem Jahr seinen Namen. Nun geht etwa das
Jahr des Erd-Rindes zu Ende und es beginnt am 14.2.2010 das Jahr des
Metall-Tigers. Wie dies zustande kommt, hängt mit der chinesischen Astrologie
zusammen und ist unglaublich kompliziert – kurzum: Ich hab auch keine Ahnung
davon
Wie immer gibt es auch zu diesem Feiertag
eine Legende – die Chinesen sind ja für ihren Aberglaube bekannt: Eine alte Legende besagt, dass ein
menschenfressendes Monster jährlich aus den Bergen / Meer gekommen ist, um
seinen Hunger nach dem Winterschlaf zu stillen. Um sich vor diesem
„Jahresmonster“ zu schützen, machten die Menschen Lärm und Feuer und färbten
alles rot, da das Monster angeblich sensibel auf die Farbe Rot und Lärm reagiert.
Jaja. Schöne Geschichte und Lärmmachen können sie ja Chinesen…
Grundsätzlich dauert Lunar
Neujahr 15 Tage (es sind aber nur drei gesetzliche Feiertage - aber da sperren die
echt alles zu und die Stadt wird am Neujahrstag zur Geisterstadt). Den
Abschluss bildet das Laternenfest, das am 15. Tag des neuen Jahres stattfindet
(jaja, da tut sich immer irgendwo irgendwas)
Die Vorbereitungen für dieses
wichtige Fest beginnen aber schon viel früher – meist so zwei Wochen zuvor mit
der Reinigung des Hauses mit Bambuszweigen – Aileens Familie ist ganz arg drauf
– die malen sogar jedes Jahr ihre Wohnung aus! Eine Singapurische Kollegin
hat ganz praktisch gemeint, so schlimm ist das nicht, weil es kommen ja alle
Verwandten – dann muss man ja sowieso die Wohnung putzen… Anschließend wird
alles mit zahlreichen Lampen und Papierbändern geschmückt – das hat man schon seit
Wochen überall in der Stadt gesehen (und ja: ich hab mir auch so was gekauft ). Die Dekoration ist
meist rot gefärbt und mit schwarzer Tinte stehen allerlei Neujahrssprüche darauf.
Rot bedeutet in China Glück, Freude und Wohlstand – auch spielt die Farbe Rot
wie gesagt eine Rolle bei der Legende des Monsters. Auf den Wänden bringt man
zudem goldfarbene Glückszeichen an. Die Spruchbänder werden an die Tür gehängt
und dabei umgedreht (wird aber wohl keinem Europäer auffallen ).
der kleine Freund hängt schon seit gut 2 Wochen auf meiner Pinwand
.. und jetzt hat er eine Freundin bekommen - es ist ja schließlich Valentinstag
Allgemein wird vor dem Neujahr
alles erneuert: man streicht Wände neu, kauft sich neue Kleidung, besucht den
Friseur und geht für das Fest einkaufen. Der Sinn dahinter ist, dass man das
alte Unglück aus den Häusern bringen will, um so Platz zu machen für das neue
Glück.
Ich war einen Tag vor Silvester (am
Freitag) im Supermarkt und da haben sich die Leute fast zertreten – es gibt
echt unglaublich viele Chinesen! Und vor dem Frisör im Einkaufszentrum war eine
unfassbar lange Schlange! In Kleidungsgeschäfte hab ich mich nicht hinein getraut
– aber die haben eh vor allem rote Sachen gekauft. Das Überraschende ist ja,
wie sehr diese Leute doch den alten Traditionen verhaftet sind – obwohl sie
doch in einer sehr westlichen Großstadt und Finanzzentrum leben und arbeiten…
Wichtig ist aber auch, dass man
dann eine Zeit lang (etwa zwei Wochen) nicht das Haus putzt, um so das neue
Glück nicht wegzuwischen. Man darf in dieser Zeit nicht einmal den Besen
irgendwo sichtbar hinstellen – ich hoffe, dass diese Tradition nicht auch für
unser Putz-Lady hier gilt…
Zu „Silvester“ kommt die ganze
Familie wie gesagt zum traditionellen Reunionessen zusammen. Obwohl in China
scheinbar vor allem Fisch gegessen wird (das Wort „Fisch“ ist im Chinesischen
dasselbe Wort wie „Wohlstand“), gibt es hier traditionellerweise „Steamboat“ –
eine Art Fondue, wo alles (und ich meine wirklich alles nur irgendwie Essbare) in
einen Suppentopf geworfen wird und so gekocht wird. Aber auf das komme ich in einem späteren Blogg noch genauer zu sprechen – genau: weil ich das natürlich auch machen hab müssen…
Auf jeden Fall bekommen die Unverheirateten
(also quasi die Kinder) von den Verheirateten rote Umschläge mit Geld darin. Dabei
ist es wichtig, dass es sich um gerade Geldbeträge handelt, weil ungerade
Zahlen Unglück bedeuten – jaja, da geht nichts einfach bei den Chinesen Natürlich ist heuer
alles mit dem Tiger geschmückt – manche schauen ganz lieb aus, wie der kleine Simba
in König der Löwen…
Es ist auch wichtig, dass man kurz vor Mitternacht alle Fenster öffnet, damit so
das Glück des neuen Jahres herein kann. Um Mitternacht gibt es dann natürlich
ein großes Feuerwerk
Das ist beispielsweise so ein Geldkuvert
Der Neujahrstag wird ebenfalls im
Kreise der Familie verbracht und vor allem an die Ahnen gedacht. Natürlich wird
wieder gut gegessen. Es gibt wesentliche Dinge, die man an diesen Tagen tunlichst
unterlassen sollte:
Keine neuen Schuhe während der
Neujahrstage kaufen, da das Wort „Schuh“ auch „schlecht“, „böse“ und „ungesund“
bedeutet.
Weiters sollte man sich die Haare nicht während dieser Zeit schneiden
lassen – „Haar“ bedeutet nämlich auch „Wohlstand“, den man sich dann ja
wegschneiden lassen würde.
Wie gesagt:
Besen aus der Sichtweite bringen und ja nicht putzen.
Weiters sollte man nicht
über Tote sprechen, denn auch das bringt Unglück
Auch der Kauf eines Buches
sollte vermieden werden, da das Wort „Buch“ homophon ist mit dem Wort „verlieren“.
Da Weiß die Farbe der Beerdigung und Schwarz die des Unglücks ist, sollten auch
weiße und schwarze Kleidung vermieden werden.
No, hamma wieder was gelernt –
demnächst kommen meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Feiertag (allerdings
wohl etwas verzögert, weil ich bin jetzt erst einmal nicht da – wer grün vor
Neid werde will, der googelt einmal under „Bintan Bilder“. Da bin ich nämlich
von Montag bis Mittwoch )
Wie gesagt lassen wir uns nach
der Mangroven-Tour von unserem Fahrer an die Westküste Langkawis chauffieren.
Dort befindet sich im sogenannten „Oriental Village“, einer Ansammlung von
kleinen Tourist-Geschäften, wo man sich mit allerlei Souvenirs oder
Badeaccessoires eindecken kann. Angeblich sind diese Hütten in typisch malaysischer
und orientalischer Architektur gebaut – davon hab ich allerdings net wirklich
was gemerkt... In diesem „Dorf“ gibt es auch einen Streichelzoo, wo man Hasen und
Rehe streicheln kann und einen Elefanten (der is nicht im Streichelzoo ) auf dem man
für unglaublich viel Geld (30€!) großartige 5 Minuten reiten
kann…
Wir gehen allerdings
schnurrstracks zur Gondel (hier „Cable Car“ genannt), die sich am Fuße des Machincang
Mountain befindet, und kaufen uns für je 30 MR (ca. 9€) ein Ticket. Die Gondel
an sich ist nicht wirklich spektakulär – eine Gondel halt wie in fast jedem
Skigebiet – aber das Rumpeln und Schebbern beim Wegfahren bringt Carolyn trotzdem
dazu, dass sie sich – wohl auch wegen der Höhe – fürchtet. Mich hat dies
dagegen angeregt, den Amis von dem Unfall mit dem Hubschrauber und der
Zementladung vor einigen Jahren zu erzählen – was dann die anderen auch leicht
beunruhigt und mich umso mehr gefreut hat!
Immer wenn sie sich fürchten, sage ich nur wie sicher so eine Gondel ist –
außer es ist ein Hubschrauber in der Nähe
Jaja, Amis ärgern ist mein neues Lieblingshobby hier geworden!
die Gondeln sind zwar dieselben wie in Österreich, aber das Personal ist ein anderes
Aber zugegebenermaßen ist die
Aussicht von der Gondel atemberaubend. Man sieht die Küsten, die Schiffe und
unter uns ist der unberührte Regenwald des Gunung Machincang Forest Reserve. Auch den Telega Tujuh
Wasserfall („Sieben Quellen“) kann man von hier oben gut sehen – man fährt fast
darüber. Doch wie wir schon gehört haben, führt dieser zurzeit wegen der
Trockenheit kaum Wasser – schade, denn normalerweise kann man darin super Baden
gehen:
Telega Tujuh
Wasserfall - ohne Wasser
Bei der Mittelstation steigen wir
aus. Dort kann man sich – aus was für Gründen auch immer – seine Hände in Wachs
gießen lassen. Ich finde, das schaut irgendwie cool aus und wünsche mir, dass
Michi jetzt da wäre, dann könnten wir so etwas von unseren Händen machen lassen – Ja,
ich weiß: ich bin kitschig , aber in der Ferne darf man das ruhig sein (vor
allem wenn in zwei Tagen unser 5. Jahrestag ist und wir uns buchstäblich auf
der anderen Seite der Erde aufhalten…):
ich find's cool
Naja, nachdem das ja wohl nix
wird, gehen wir zu einer Aussichtsplattform und genießen den wunderschönen
Ausblick auf die Südseite der Insel:
Natürlich machen wir auch ein
Gruppenfoto – wir sind ja Touristen
Danach gehen wir zurück zur
Mittelstation und fahren ganz hinauf. Nach einigen Minuten erreichen wir die
unglaubliche Höhe von 710 Höhenmetern
Jaja, ich weiß auch, dass der Damberg höher ist, aber hier startet man halt von
0 Höhenmetern…
Bevor wir auf die
Aussichtsplattform gehen, gehen wir so eine Steige mit unglaublich vielen,
unregelmäßigen Stufen hinab zu einer weiteren, relativ neuen Attraktion die „Langkawi
Sky Bridge“, eine gebogene Hängebrücke, die spektakulär über die bewaldeten
Felsen hängt – und merklich schwangt! Die Aussicht ist der Wahnsinn, aber
zwischen den Brettern sieht man, wie weit es hier hinunter geht. Also schön in
der Mitte bleiben und nicht runter schauen…
Danach gehen wir wieder hinauf
und erklimmen die unzähligen Steinstiegen. Dann gehen wir ganz hinauf zur
Aussichtsplattform. Von hier oben hat man einen Panoramablick über Langkawi und
die umliegenden Inseln des Archipels. Im Regenwald unter uns hören wir
verschiedene Vögel zwitschern. Hie und da kreischt irgendwo ein Affe und ich
denke daran, was da wohl alles in dem dichten Wald drinnen wohnt. Auch der eine
oder andere Adler zieht seine Kreise über die Landschaft. Einfach nur schön
hier!
da sieht man einmal wie viele Stufen das waren
was da wohl alles inna wohnt...
viele kleine Inseln des Langkawi-Achipels
Blick zur Mittelstation
Dann kaufen wir uns was Kühles
zum Trinken und setzten uns in ein provisorisch wirkendes Café und tratschen
über alles Mögliche. Nach einer Zeit machen wir uns wieder auf den Rückweg ins
Tal – natürlich mit der Gondel .
Wir haben uns mit den anderen ausgemacht, dass wir uns um 19:00 Uhr zum
Abendessen treffen. Wir verbringen noch etwas Zeit damit, in den Geschäftln
herumzuschauen und machen uns schließlich mit einem Taxi auf den Weg zurück zu
unserm Hotel. Auf der Fahrt schlafen Frederike und Josh ein…
Wir treffen aber dann nur zwei
andere Exchange Students und so suchen wir uns ein schönes und hoffentlich
gutes Fischrestaurant in Strandnähe, um unseren letzte Abend hier auf Langkawi gebührend zu begehen.
Einige von uns wollen unbedingt „Chili Crab“ essen – angeblich eine Spezialität
in Singapur und dieser Gegend und so wird dessen Verfügbarkeit zu einem
wesentlichen Auswahlkriterium. Nach einigen Herumfragen stellt sich heraus,
dass „Chili Crab“ hier ganz anders heißt – das erklärt, warum wir sie nirgends
gefunden haben…
Ich frage den Kellner noch, wie "spicy" (scharf) dies den nun wirklich ist und er
antwortet „very, very spicy“. Daraufhin beschließe ich, was anderes zu essen
(wenndie Einheimischen hier etwas als
spicy bezeichnen, ist es für mich absolut nicht essbar – ich bin schon des
Öfteren in der Canteen gessesen und die Tränen sind mir nur so runtergelaufen –
und da war es nur „etwas spicy“! Also meine Erfahrung: sagt ein Einheimischer,
es ist „spicy“: Finger weg! ).
Also bestelle ich Kalamari mit drei Geschmäckern - hat aber eigentlich nur einen
gehabt –
war aber super-leckerli
Chili Crab vorher...
... Chili Crab nachher
Die Aussicht hier ist wieder
einmal unglaublich und wird wieder richtig kitschig-schön, als die Sonne über
dem Meer untergeht:
wieder Essen direkt am Strand bei Sonnenuntergang
Danach gehen wir noch etwas zu
unserm Strand. Gehen etwas schwimmen und enden dann in einem der Zimmer, wo wir
ein paar furchtbar komplizierte amerikanische Kartenspiele spielen. Danach
gehen wir so gegen 1:00 Uhr früh schlafen - das war einmal wieder ein echt cooler Tag…
Um 9:00 Uhr läutet der Wecker.
Eine furchtbar kalte Nacht geht zu Ende: Wir haben vergessen, die Klimaanlage
auszuschalten und im Bett gibt es nur zwei Leintücher und einen Überwurf zum
Zudecken. Den Überwurf hat Michelle und mir war so kalt in der Nacht, dass ich
mir mein Badetuch geholt habe, um zumindest Teile von mir zuzudecken. Ich hasse
Klimaanlagen!
Naja, um 9:15 Uhr klopft es an
der Tür. Carolyn und Frederike sind schon munter und verdammt gut aufgelegt.
Naja, hilft alles nix. Wir stehen auf. Draußen wartet Carolyn schon in
Kochschürze am Herd und macht uns Eier und Toast. Auch nicht schlecht. Nach ein
bissi Rumsuchen finde ich auch so etwas wie Kaffee und schon haben wir ein
anständiges Frühstück. Inzwischen ist auch Josh aufgewacht – Frank ist nicht
ansprechbar und wir lassen ihn schlafen.
Wir überlegen was wir machen sollen.
Carolyn will auf jeden Fall Parasailing gehen. Ich schlage vor, heute eine Tour
zu machen (falls wir noch eine bekommen), weil am Sonntag müssen wir ja schon
gegen 14:00 Uhr am Flughafen sein, wenn der Flieger um 16:00 Uhr abhebt. In die
engere Auswahl kommen Insel Hopping oder Mangrove Tour.
Wir packen uns zusammen
und gehen wieder am Nachbarstrand. Dort dauert es nicht lange und wir haben
einen neuen besten Freund, Romeo, der uns gleich alle Touren andrehen will . Er
meint, es sei eigentlich heute schon zu spät für eine Tour, aber wir könnten
ein Boot chartern, aber das dauert ein bissi. Während er herumtelefoniert,
fahren Carolyn, Frederike und Josh mit dem Boot raus zum Parasailing.
Inzwischen tratschen Michelle und ich mit dem Einheimischen und verhandeln ein
bissi den Preis. Wir kommen überein, dass er uns alle für 75 MR (=16 €) pro
Nase zum Ablegeplatz transferiert, wir dann dort ein Boot besteigen und die
gesamte Tour in vier bis fünf Stunden (statt wie üblich sechs) absolvieren. Wir
würden aber nur einen „Snack“ zu essen bekommen, weil für ein großes Mittagessen
sei es nun schon zu spät. Ich frage noch nach, ob wir die Tour auch selbst
gestalten können, weil ich keine Lust habe in 4 Stunden eine 6 Stunden Tour
abzuspulen und er meint kein Problem, wir müssen das dann nur dem „Captain“
sagen. Gut so.
Als die anderen zurückkommen, wartet bereits ein schwarzer
scheinbar frisch gewaschener 7-Sitzer mit getönten Scheiben samt Chauffeur auf
uns. Ich bin beeindruckt. Innen ein kleiner DVD-Player mit Bildschirm,
Ledersitze und natürlich Klimaanlage. No! Ich setze mich vorne hin und auf
Zurufen Romeos ändert der Fahrer zum Glück die Bollywood-Musik auf „Westliche“
Musik – Er legt kurzerhand ein Konzert von Michael Jackson ein. Sehr schön.
Aber auch nach über einem Monat in dieser Gegend kann ich mich einfach nicht
daran gewöhnen, dass die hier auf der rechten Seite fahren. Ich komm mir
ständig vor wie ein Geisterfahrer – und besonders bei den Überholmanövern des
Chauffeurs komm ich ab und an trotz eisigkalter Klimaanlage ins Schwitzen. So
fahren wir dann quer über die Insel in den Norden. Vorbei an „wild laufenden“
Kühen, halbverfallenen Bauernhäusern und dichten Wäldern. Auf einmal muss der
Fahrer anhalten, weil eine Horde Affen mitten auf der Straße sitzt – ja, das
kommt hier schon einmal vor…
Nach etwa einer dreiviertel
Stunde erreichen wir dann unser Ziel – weit und breit nichts außer eine kleine
Bootsanlagestelle zu sehen. Der Fahrer lässt uns aussteigen und fährt einfach
weg. Na, mal schaun, ob wird den wiedersehen…
Die Bootsanlegestelle mitten im nirgendwo
brauchts nicht glauben, dass wir sind mit dem großen Boot gefahren sind...
Wir versorgen uns noch am
strategisch aufgebauten Standl mit Trinkereien und Knabberzeug und gehen zum
Bootssteg. Dort wartet scheinbar schon einer auf uns, denn ohne ein Wort winkt
er uns auf sein Boot. Auch gut. Und schon geht’s los. Wir fahren den Fluss
entlang, vorbei am Regenwald. Man hört allerlei Vögel zwitschern und hie und da hört man Affen im Wald kreischen. Mangroven, so heißen übrigens die Bäume, die sich an das Leben
im Gezeitenbereich tropischer Küstenregionen angepasst haben. Hier einige Eindrücke
von dieser schönen Bootstour durch die Natur - der Kilim Geoforest Park ist UNESCO Weltkulturerbe - und das zurecht :
Obwohl wir hier sehr viel Zeit verbringen...
... wird einem nicht fad...
...die doch sehr abwechslungsreiche Natur...
... zu betrachten
Nach einer Weile wird der Fluss
immer enger. Und plötzlich sitzen auf dem Ufer was? Richtig: Lauter kleine
Affen! Wir fahren zu ihnen hin und sie kommen näher – immer näher. Ich bin mir
ziemlich sicher, die Einheimischen füttern sie immer, damit sie dann brav
kommen, wenn sie mit den Touristen vorbeischippern. Aber mir ist das ehrlich
gesagt wurscht. Ich freue mich, dass ich Affen sehe Die Affen sitzen direkt vor
uns und kreischen rum. Der Fahrer erklärt uns, dass diese Affenart schwimmen kann
und dies auch sehr oft tut. Ich muss zugeben, die sind mir etwas suspekt. Nach
einer Zeit fordert uns der Fahrer auf, wie können die Affen ruhig füttern. Das
lassen sich die Amis natürlich nicht zweimal sagen und beginnen die Affen mit
Snips (Erdnusschips) zu füttern. Denen schmeckt’s scheinbar und der "Big Boss"
der Affenbande wird immer fordernder und schreit herum. Ich denke dauernd, bin ich
froh, dass ich gegen Tollwut geimpft bin und auch den anderen wird es etwas zu
viel, als die Affen Anstalten machen, das Boot zu entern…
ein Teil der riesigen Affenbande
Mama-Affe, Baby-Affe und Trudi-Affe
der Brüllaffe - der "Big Boss" der Affenbande
der macht sich grad fertig zum Entern
Grüß Gott, Herr Aff'!
Nach einer Zeit fahren wir (ohne
Affen auf dem Boot ) weiter zur Crocodile Cave – und entgegen der Meinung von
Carolyn sind da keine Krokodile drinnen – nein, die heißt nur so, weil der
Felsen von außen aussieht wie ein solches. Könnt ihr es erkennen? (Tipp: die
Felsen links beim Eingang bilden den Kopf mit den Zähnen) :
Crocodile-Cave von außen...
Crocodile-Cave von innen
Danach gibt der Captain
ordentlich Gas und wir fahren zu einem Platz, wo gerade – so ein Zufall – Adler
mit Fischen (nicht mit Snips ) gefüttert werden. Da kreisen sicher 10
Weißkopf-Seeadler direkt über uns hinweg! Ein echt unglaubliches Schauspiel! Ich versuche diese schnellen Tiere mit der Kamera einzufangen. Hier einige
Resultate :
na, dann versuch Du einmal...
... die schnellen Vicha zu erwischen!
Danach geht’s weiter zur Bat Cave
(Fledermaushöhle). Wir gehen an Land und durch zwei stockfinstere Steinhöhlen.
Man sieht seine Hand vor Augen kaum und Blitz ist nicht erlaubt. Super! Das
Ganze ist aber auch irgendwie unheimlich, weil ich weiß ganz genau, dass über
meinem Kopf Hunderte Fledermäuse hängen – aber ich sehe nix! (am Abend haben
wir auch überall welche herumfliegen sehen) Zuerst denke ich mir, wurscht: Ich
hab auch in diversen griechischen Museen trotz Verbotes mit Blitz fotografiert
und bis auf eine Rüge is nix passiert. Doch dann überleg ich mir es noch
einmal: Wenn es hier stockfinstere Nacht ist und die Vicha da oben schlafen, was
passiert, wenn ich mit Blitz die Höhle plötzlich erhelle? Richtig! Hunderte
Fledermäuse fliegen panisch herum und ich seh schon die eine oder andere sich
in meinen Haaren verhädern.... OK. Das lassen wir lieber. Darum gibt’s hier auch
keine gscheiten Bilder von der Fledermaushöhle (@Mama: die brauchst echt net ausdrucken - des verbraucht nur das ganze Schwarz)…
Die Bat-Höhle
Nach diesem Zwischenstopp fahren
wir mit dem Boot hinaus aufs Meer. Vorbei an steilen Felsklippen und dazwischen
immer wieder einsame Sandbuchten. In der Ferne sehen wir sogar den südlichen
Teil von Thailand:
da geht's raus auf's Meer
... oder rein in den Kilim Geoforest Park - je nachdem von wo man kommt
zwischen den Felsen immer wieder kleine, einsame Sandstrände
und in der Ferne: Thailand
Danach führt uns der Captain zum
Coral Bay – unter uns dürfte sich ein wunderschönes Korallenriff befinden und ich
bedaure, nicht meine Taucherbrille mitgenommen zu haben. Dann kommt wieder ein
Tourist-Teil: Fische füttern!
Die Amis sind sehr beeindruckt von den durch
Futter angelockten bunten Fischen des Korallenriffs. Meine Begeisterung
hält
sich in Grenzen, weil ich es einfach nicht mag, dass Menschen Futter
ins empfindliche Gleichgewicht eines Korallenriffs schmeißen... Ich
beschäftige mich inzwischen lieber damit, die echt doofen Fische
zu ärgern, indem ich einfach meine Hand ins Wasser halte – die Fische
kommen
dann heran, weil sie glauben, es ist Futter und ich versuche –
natürlich ohne
nennenswerten Erfolg – die Fische zu fangen. Das Ganze hat mir zwar den einen
oder anderen Fisch-Zwicker eingebracht-
aber so bin ich wieder einmal unfreiwillig zu meinem gratis Fisch-Spa gekommen…
doofe bunte Fische
Anschließend werden wir auf eine
der vielen kleinen Sandstrände geführt, wo wir ins unglaublich warme Wasser
springen und ein bissi Pause machen. Es ist echt sehr entspannend, aber nach
etwa einer Stunde kommt der Fahrer zurück und weiter geht’s zu einem
schwimmenden Restaurant – einer Fischfarm.
Fisch-Farm und schwimmendes Restaurant in einem
Zuerst denke ich mir, sowas Fades
aber auch. Aber nachdem die anderen schnurrstracks zum Restaurant marschieren,
ruft mich einer der Fischzüchter zu sich und drückt mir ein Stück rohen Fisch
in die Hand. Ich soll doch den Stachelrochen ("sting ray") da unten füttern! In etwa 10 Becken
schwimmen verschiedene exotische Fischarten – unter anderem auch drei schwarze
Rochen mit einem knappen Meter Durchmesser (ohne Schwanz!). Und die soll ich nun mit der
Hand füttern! Aber klar doch! Ich knie mich auf den wackeligen Brettern nieder und plantsche etwas im
Wasser und tatsächlich taucht schon bald einer der Tiere auf, schwimmt ganz
nach oben, sodass schon seine Augen etwas aus dem Wasser schauen und er mit
seiner Unterseite an meine Hand herankommt – und frisst mir buchstäblich aus der
Hand! Wow! Das ist cool! Ich kann den Rochen sogar noch kurz streicheln, bevor
er wieder in das dunkle tiefe Becken abtaucht! Wider Erwarten sind die absolut
nicht glitschig wie Fische, sondern sehr rau. Die haben sowas wie Haare auf dem
Rücken! Hamma wieder was gelernt!
Ja, richtig: das bin nicht ich - aber der Fisch hat wenigstens so ausgesehen
(hab kein eigenes Foto )
Dort haben wir dann unseren „Snack“
eingenommen – Hendl mit Reis und einer echt scharfen Gemüse-Tofu-Suppe. Dabei haben
wir gesehen, wie der Koch höchstpersönlich für frischen Fisch sorgt – wie lang
die Wartezeit ist, wenn man Fisch bestellt, wissen wir aber nicht…
hier gibt's wohl wirklich frischen Fisch
Ja, danach bringt uns der Fahrer
wieder zurück zur Anlegestelle, wo auch schon unsere schwarze Luxuskarosse auf
uns wartet. Weil es erst so gegen 16:00 Uhr Nachmittag ist, beschließen wir,
uns vom Fahrer nicht zurück zu unserem Hotel, sondern an die Westküste
kutschieren zu lassen. Weil dort ist der/die/das „Cable Car“ – eine Gondel,
die einen zum höchsten Punkt von Langkawi bringt. Aber das wird wohl ein neuer
Blogg-Eintrag, sonst wird der hier absolut unleserlich…
Ja, wie Ihr es Euch wohl eh schon denken könnt, habe ich pro Langkawi gestimmt und es war echt super coolo! Aber alles schön der Reihe nach:
Am Freitag starten Michelle, Frederike und ich quasi als Vorhut schon um 7:00 Uhr vom NTU-Camupus weg, weil wir buchstäblich ans andere Ende von Singapur zum Flughafen müssen (Dauer ca. 75 Minuten *gähn*). Dort angelangt, machen wir uns mit AirAsia auf den Weg nach Langkawi . Ich habe brav meine Mikroökonomik-Folien mitgenommen, damit ich wenigstens im Flieger und eventuell am Strand ein bissal was lernen kann (jaja, das schlechte Gewissen druckt halt ). Aber daraus wird eh nix, weil neben mir ein Typ aus Kuwait sitzt, der mir buchstäblich seine gesamte Lebensgeschichte auf dem 70 Minuten Flug erzählt (humm, jetzt merke ich gerade, dass es kürzer ist von Singapur nach Langkawi als von der NTU zum Flughafen ). Naja, ist ja auch net so uninteressant (der macht viele Reisen, studiert Wirtschaft, kennt sogar die NTU und ist scheinbar auch Künstler oder sowas) und Mikrolernen interessiert mich ja im Moment sowieso sowas von nicht - also wurscht!
Ankunft auf Langwaki mit AirAsia
"Internationaler Flughafen" von Langkawi
Pulau Langkawi liegt ganz im Norden an der Westküste Malaysias nördlich der Straße von Malakka im Andamischen Meer direkt an der Grenze zu Thailand. Sie ist die größte Tropeninsel des gleichnamigen Achipels, das etwa 100 Inseln umfasst. Pulau Langkawi ist eines der beliebtesten Reiseziele Malaysias und mit seinen Sandstränden und Hügeln auch eines der schönsten. Die bergige, üppig grüne Insel bietet Palmen gesäumte Strände und Sandbuchten.
Pulau Langkawi war auch vom Tsunami 2004 betroffen. - allerdings nicht so stark wie etwa einige bekannte Inseln Thailands (Phuket, Phi Phi) oder Pendang. An den Stränden von Langkawi wurden größere Schäden wahrscheinlich
durch den Schutz der vorgelagerten Inseln verhindert. Es mag auch sein,
dass bedingt durch den flach ins Meer auslaufenden Meeresboden keine
hohen Wellen aufgebaut wurden. Am Pantai Cenang (wo wir sind) schwemmte
das Hochwasser nur etwa 150 Meter ins Land. Zwar gab es hier "nur" einen Toten, aber die Stornoratebetrug 95% - und wenn man sich so die Touristenzahlen anschaut, hat sich der Tourismus noch nicht wirklich davon erholt.
damit ihr einen Plan habt wo das etwa ist
Auf Langkawi angekommen organisieren wir drei uns ein Taxi und fahren auf Umwegen (der Taxifahrer hatte absolut keinen Plan) zu unserem Hostel. wo wir auch Frank treffen, der schon seit Mittwoch Abend hier ist.
Im Hostel haben wir eine angenehme Überraschung erlebt. denn obwohl es unter "Budgethotel" läuft, ist das "Kedawang Beach Inn" echt super, sauber, hat große Räume und alles sehr schön eingerichtet. Also ganz normal eigentlich und bis auf den Preis nix Budget! Obwohl wir eigentlich einen Twin Room (also 2 separate Betten) bestellt haben, hat es im Raum nur ein großes Doppelbett gegeben - und das war wirklich riesig - ich schätze es war 2x1,40 breit. So war es absolut kein Problem und Michelle und ich haben einfach zusammen darin geschlafen. Im Zimmer gibt es auch eine Klimaanlage, einen Ventilator, einen Fernseher und sogar einen kleinen Kühlschrank. Es gibt auch eine kleine Gemeinschaftsküche nebenan, wo wir uns rund um die Uhr aus dem Kühlschrank bedienen können - Toast, Eier, Butter, Milch, einfach alles zur freien Entnahmen - nicht schlecht!
Eingang zu unserem Hotel - links abbiegen...
...und wir sind im schattigen Hof, von wo aus die Zimmer weggehen
... mit witzigen Spaghetti-Pflanzen
und gleich wenn man durch dieses Restaurant geht ist man am Strand
Nachdem wir eingecheckt und die Zimmer inspiziert haben, gehen wir - richtig - zum Strand, der direkt an unser Hostel grenzt. Unser Hotel liegt am Pantai Chenang mit seinem blendend weißen Sandstrand, der einer der beliebtesten Küstenstreifen Langkawis ist. Und der ist einfach nur schön:
ein fast menschenleerer Sandstrand
...blauer Himmel, blaues Wasser...
... und Kokospalmen direkt am Strand
Und vor allem sind da kaum Leute - unser eigene Sandstrand! :-) Natürlich sind wir gleich einmal reingehüpft und das Wasser ist unglaublich warm! Schon fast zu warm, weil von Abkühlung kann man da nimmer reden. Ich habe gehofft, hier schorcheln gehen zu können (wie in Ägypten), aber leider ist das Wasser hier so seicht und der Sand wird ständig aufgeühlt. Also nix mit Fischis - vorerst.
Nach einer Weile gehen wir los und erkundigen die nähere Ümgebung um das Hostel - es ist im Grunde eine große Straße mit haufenweise Fischrestaurants und Fetzengeschäfteln, wie man sie in jedem Urlaubsort findet. Aber es ist überhaupt nichts los hier. Auch gibt es keine großen Hotels und so ist es eigentlich sehr ruhig. Dank einer örtlichen Vorschrift darf kein Gebäude höher als eine
Kokosnusspalme sein, sodass die Küste glücklicherweise von Betonburgen
verschont bleibt. Daher gibt es hier nur kleine Restaurants, Bars und Chalets, die den Strand säumen.
irgendwo im nirgendwo - wieder einmal
Wir gehen dann in eines der unzähligen Restaurants und stellen mit Erstaunen fest, dass hier alles noch einmal um ein Eck billiger ist als in Singapur - alles kostet noch einmal die Hälfte - sprich: gleicher Preis, nur andere Währung
Besonders Meeresfrüchte/Fisch gibt es hier unglaublich günstig und auch ganz frisch: z.B. eine Krabbe um 6 Malayische Riggit (RM) pro 100g. Das sind 1,2€ :-) Jup. Wir haben hier gelebt wie die Könige in Frankreich und weil ganz Langkwai eine Duty Free Gegend ist, hat es hier im Supermarket des Vertrauens auch 1 Dose Tiger Bier um 1,6 RM (0,34€) gegeben - was eine willkommene Abwechslung zu den Singapuriansichen Bierpreisen darstellt .
Nach unserem Essen gehen wir sodann auf den Nachbarstrand, wo ja im Vergleich zu "unserem" Strand die Hölle los ist - einige Leute baden, einige Einheimischen bieten uns Touren an, aber nicht aufdringlich, wie man es aus Ägypten gewohnt ist. Das einzige Geschrei kommt von den Einheimischen, die den Kunden Anweisungen zum Parasailing zurufen - vor allem beim Landeanflug.
unser Nachbarstrand
Michelle und Frederike gehen dann auch Parasailing für 50 RM Parasailing . Ich hab's ausgelassen, weil ich war ja schon einmal in Bulgarien das reicht dann schon .
Danach gehen wir noch etwas schwimmischwimmi und gnotzen einfach am Strand herum. Jup. So lässt es sich schon eine Weile aushalten ...
Inzwischen gehen die Mädels in ein "Fish Spa" (Michelle hält es wegen ihrer hellen Haut nicht lange in der Sonne aus), wo man sich von kleinen Fischen die tote Haut von den Füßen beißen lassen kann - sowas hab ich in Griechenland immer unfreiwillig gratis gekriegt, darum lehne ich dankend ab und bleibe lieber mit Frank am Strand.
Michelle und Frederike im Fish-Spa
da gibt es große Fische....
...und auch kleine *namnamnam*
Gegen Abend sind wir dann alle zurück zum Hostel, weil die anderen inzwischen angekommen sind (sie haben alle am Freitag Uni).
vor dem Underwaterworld, dem einzig größeren Gebäude hier, wo auch der einzige Bankmat steht (alle noch nass vom Schwimmischwimmi)
Ich habe ja nur von ein paar Leuten gewusst, dass sie kommen, aber als wir zu unserem Strand kommen, sind da ungefähr 15 Leute und warten bereits auf uns! "Zum Glück" war das Hostel schon ausgebucht, so dass nur wir 6 (Frank, Josh, Michelle, Frederike, Carolyn und meine Wenigkeit) und zwei "neue" Mädels hier wohnen können - von den 10 Zimmern, die es in diesem Hostel gibt (es ist nur einstöckig), haben wir 4 Zimmer belegt . "Zum Glück" deshalb, weil wie sich später noch herausstellt ist es mit einer so großen Gruppe unmöglich, was zu entscheiden. Das fängt schon mit der Restaurantswahl fürs Abendessen an: Um es kurz zu machen, der Großteil von uns bleibt beim Strandrestaurant direkt neben dem Hostel, während andere die "teuren" (!) Preise bemängeln und lieber wo anders essen gehen. Ich esse lecker Tortillas, trinke frischen Mangosaft dazu und dann noch einen guten Cocktail danach und bezahle unfassbare 8€ und dass bei der Location! Also wer da von teuer spricht, hat meiner Meinung nach auch ein Problem!
Aber egal. Wir sitzen am Strand und genießen den unglaublich kitschigen Sonnenuntergang - einfach nur postkartenreif :
Aussicht von unserem Strandrestaurant
Naja, später treffen wir uns wieder und gehen zu einer echt coolen Strandbar namens "Babylon". Da kann man auf Holzbänken direkt am Strand sitzen, ohne Schuhe die Zechen in den weichen Sand stecken und bei Cocktails und Bier der Live-Raggae-Band zuhören. Diese Bar entpuppt sich als Backpacker-Hochburg und so dauert es nicht lange, bis wir mit Leuten aus der ganzen Welt ins Gespräch kommen und uns Geschichten über ihre Erlebnisse anhören. Es ist echt eine entspannte Stimmung und sehr sehr chillig...
alle schön in eine Reihe aufgefädelt
Und als ich meinen Blick nach oben hebe, sehe ich das erste Mal seit ich hier bin: STERNE! Das war schön! Doch als ich es den anderen sage, kommt bald eine viel wichtigerer Frage auf: Wo ist der Mond? Eine Frage, die Josh scheinbar sehr sehr beschäftigt hat - aber das ist wieder eine andere Geschichte...
Zu späterer Stunde enden wir alle am Strand sitzend und haben eine Mordsgaudi (Josh immer noch auf der Suche nach dem Mond ). Nach einiger Zeit beschließen wir einen Lokalwechsel zu vollziehen und machen uns nach Empfehlung unserer neuen internationalen Bekanntschaften auf zu einer anderen Bar zum "Shaki-Shaki"-Machen wie Jon der Schwede zu sagen pflegt
Der Weg entpupt sich aber als ein echter Hatscher und so beschließt unsere Gruppe (außer Frank) die zweite Bar auf morgen zu verschieben und weil Carolyn unbedingt will, noch einmal schwimmischwimmi zu gehen. Wir biegen also bei unserem Hostel ab, ziehen uns um und wollen an unseren Strand gehen. Aber der Eingang ist versperrt und das einzige was wir erreichen ist so einen Heinzi vom Restaurant aufzuwecken, der uns gleich einmal verstaubt . Naja, vielleicht eh besser so. Nachdem es ohnehin schon fast drei Uhr morgens ist, beschließen wir, lieber doch schlafen zu gehen. Morgen ist ja auch noch ein Tag und da haben wir einiges vor...
Nur einmal ein kurzes Wort an meine treue Leserschaft:
Wie einige von Euch bereits wissen, stehe ich gerade vor einer schwierigen Entscheidung:
Ich habe am Montag Zwischentest in Mikroökonomik und noch keinen Plan, wie man so spannende Sachen wie Elastizitäten oder Isoquanten-Kurven berechnet...
Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass eine Gruppe von Exchange Students ausgerechnet diese Wochenende nach Malaysia auf die Insel Langkwai fliegen. Hmm. Was soll man da jetzt machen?
Alternative 1:
Das ganze Wochenende in dem Traumresort Hall 7 verbringen und sich irgendwelche Graphen, Formeln und Kurven reinziehen und dann vielleicht eine gute Note auf den Zwischentest schreiben, die nicht einmal an der WU angerechnet wird - oder...
Alternative 2:
Das Wochenende auf der schönsten Insel der malaysischen Westküste mit Strandliegen, Schnorcheln und Jungelwandern verbringen. Nix für den Zwischentest machen und dann beim Test auf längst verdrängtes WU-Wissen zurückgreifen und dann am Montag naja, sagen wir einmal nicht ganz so eine gute Note schreiben...
Hmmm. Schwierig. Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Als Entscheidungshilfe hab ich noch ein paar Bilder von Langkawi gefunden :
OK. Ich denke, die Entscheidung ist gefallen
Ich wünsche Euch ein schönes erholsames Wochenende - und keine Frostbeulen bekommen daheim...